Innovationsmanagement mit System

Hajo Knoche Hajo Knoche
31. August 2021
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Das Thema „Innovationsmanagement“ begleitet mich beruflich schon seit sehr vielen Jahren. Daher war ich gespannt auf meine Teilnahme an der Weiterbildung zum hochschulzertifizierten Innovationsmanager*in nach ISO 56002.

Im Laufe meiner beruflichen Stationen konnte ich vielfältige Einblicke in unterschiedliche Branchen und Organisationstrukturen vom Konzern bis zum Startup sowie in verschiedene Unternehmensbereiche erlangen. Durch meine Arbeit in der Unternehmensentwicklung und Strategie sowie der Organisationsentwicklung und im Aufbau von Fachbereichen bis hin zur Geschäftsfeldentwicklung und dem Produktmanagement formte sich bei mir ein hilfreicher Gesamtüberblick über das Thema Innovationsmanagement in Unternehmen, einhergehend mit der Weiterentwicklung meiner persönlichen Kompetenzen.

Über die Jahre fehlte mir häufig ein ganzheitlicher, systemischer Ansatz für das Innovationsmanagement. Vor vielen Jahren konnte ich mich intensiv mit der ISO 9001:2015 für Qualitätsmanagement auseinander setzen. Diese Logik aufgreifend, erarbeitete ich mir über die Jahre ein DIY-Baukastensystem und mein Methodenkoffer für Innovationsmanagement füllte sich. Darauf konnte ich zurückgreifen, sei es in meiner Funktion als Innovationsmanager von Unternehmen oder in eher funktionsnahen Rollen.

Was dabei häufig deutlich wurde: nicht nur mir, sondern auch den Unternehmen fehlte ein standardisierter Ansatz. Innovationen ohne einheitlich förderliche Strukturen können selten ihre volle Kraft entfalten und Mehrwerte erzeugen. Und auch Kreativität und Ideen brauchen Strukturen im Unternehmen. Spätestens dann, wenn aus einer reinen Idee eine wertvolle Innovation im Sinne eines neuen, wirtschaftlich erfolgreichen Produktes im Unternehmen entwickelt, ausgestaltet oder implementiert werden soll, scheitern viele Unternehmen. Der internationale Standard ISO 56002 mit seinen 7 Dimensionen und 28 Subdimensionen will genau dafür Orientierung mit System liefern.

Als ich also vor einigen Jahren das erste Mal von der Erarbeitung eines neuen ISO-Standards für ein ganzheitliches Innovationsmanagement hörte, war ich sehr gespannt auf die Veröffentlichung. Wie wird wohl der Standard aufgebaut sein und wie würde wohl ein Abgleich mit „meinen“ persönlichen Systembausteinen ausfallen?

Die in 2019 von der International Organization for Standardization veröffentlichte Norm "ISO 56002" ist der erste globale Standard für Innovationsmanagement und ein solches Innovationsmanagement-System. Der Standard beschreibt konkret die Orientierung gebenden sieben Dimensionen, bestehend aus Organisationskontext, Führung, Planung, Unterstützung, Prozesse, Erfolgsmessung, Verbesserung, als ganzheitliche Struktur. Als Leitfaden aufgebaut, ermöglicht der Standard besonders im Kontext größerer Unternehmen, dass Innovationen entwickelt, organisiert und durch ihre Messbarkeit gesteuert werden können. Internationale und unabhängige Wissenschaftler*innen haben an der Erstellung des freiwilligen Standards seit 2014 gearbeitet und das vorhandene Wissen aus vielfältigen Quellen einfließen lassen.

Folgend habe ich mich intensiv mit dem Standard auseinander gesetzt und mich sehr gefreut, als die ersten Weiterbildungsangebote zum Thema auf den Markt kamen. Die in 2021 gestartete Weiterbildung zum zertifizierten Innovationsmanager*in nach ISO 56002 der innotonic GmbH in Kooperation mit der Hochschule Hannover ist die erste Weiterbildung zum ISO-Standard im deutschsprachigen Raum. Und, das muss erwähnt werden, in ihrer Art und ihrem Umfang einzigartig, weil inhaltlich sehr gründlich und praxisnah zugleich. Transparenterweise muss auch angefügt werden, dass FUTUR X, das Unternehmen für welches ich als Innovationsmanager tätig bin, in die Erarbeitung der Weiterbildung eingebunden war. Umso mehr war ich gespannt, an welchen Stellen mir die Weiterbildung trotzdem Mehrwerte vermitteln würde.

Rückblickend betrachtet war die Weiterbildung in jedem Falle ein Gewinn für mich und meine persönliche Entwicklung. Von den Erfahrungen der Dozierenden, aber auch den der anderen Teilnehmenden konnte ich sehr profitieren. Besonders intensiv konnte ich mich erneut auseinandersetzen mit Reifegradanalysen von Managementsystemen, einer strategisch-systemischen Unternehmensausrichtung entlang der Dimensionen, aber auch mit praxisorientiertem Organisationsdesign und dem Ausbau meiner persönlichen Methoden-Toolbox im Kontext von Strategie und Organisation, Business Development und Produktmanagement.

Für Interessierte, die vielleicht noch nicht so tief im Thema sind, bietet die Weiterbildung sowieso einen sehr guten Gesamtüberblick und vertiefenden Einblick in das Thema Innovationsmanagement.

Weitere Informationen zur Weiterbildung findet ihr unter: innotonic.de/produkt-und-service/akademie/

Autor: Hendrik Schwedt